#RideTheFuture

Als innovatives neues Format, welches die Zuschauer begeistern sollte, war die Jumping Clash Challenge im Rahmen des diesjährigen Jumping Antwerpen angekündigt worden. 2017 fand das Turnier erstmals am Sloepenweg statt. Leider befand sich der Eingang im Norden des Turniergeländes, so dass man – aus der Stadt zu Fuß kommend – zunächst am Turnierplatz, am Abreiteplatz und den Pferdeställen vorbeigehen musste, um dann zu dem am südlichen Ende gelegenen Turnierplatz zurück zu laufen. Ein zweiter Zugang würde den Fußgängern etwa 20 Minuten Wegzeit ersparen. Ist man einmal auf dem Turniergelände angekommen, erblickt man die üblichen weißen Zelte, Pferdetransporter, etc. Maritime Atmosphäre sucht man leider vergebens. Die spezielle Location direkt am Scheldeufer verspielt so leider die besondere Hafenatmosphäre, die ich mir erhofft hatte. Nicht mal Kräne waren im Hintergrund zu sehen. Beim ersten 5-Sterne Springen des Tages waren wir die meiste Zeit nur zu zweit auf der Tribüne. Es war kalt und windig, die Sicht auf den Platz war mäßig und der Aufbau der Tribüne schien etwas schlampig erfolgt zu sein, da ein schwerer Stahlträger durch den Wind ständig hochgeweht wurde um krachend wieder herabzufallen, sobald die Böen schwächer wurden.

Die Wartezeit zwischen den beiden 5-Sterne Springen des Tages wurde durch einen Pony-Showwettkampf in Kostümen verkürzt, dennoch kamen Längen auf. Der angebliche Höhepunkt des Abends erwies sich für mich dann leider als Flopp. Bei dem etwa 1-stündigen K.O. Springen traten insgesamt acht Reiter an um neben einem beachtlichen Geldpreis von 26.000 Euro ein neues Auto zu gewinnen. Weitere EUR 89.000,- verteilten sich auf die Plätze 2-8. In den drei Duellen setzte sich der Franzose Patrice Delaveau auf dem 16-jährigen Holsteiner Hengst Carinjo Hdc durch.

Die beiden Umbaupausen und ungewohnt langen Unterbrechungen zwischen den einzelnen Ritten führten dazu, dass es schnell langweilig wurde. Die beiden Moderatoren vor Ort bemühten sich um gute Stimmung, aber mussten dafür gefühlte 1.000 Mal den Sponsor BMW namentlich nennen, was sehr schnell nervte. Von den Tribünenplätzen aus konnte man leider auch weder den Bildschirm noch eine Uhr sehen, so dass uns nicht sofort klar war, welcher Reiter denn nun eigentlich die jeweilige Runde gewonnen hatte. Für mich war es das langweiligste Springen, das ich je gesehen habe.

Ich habe mich mit Eurosport Kommentator Dirk Alexander Lude über meine Enttäuschung ausgetauscht und auch er musste zugeben, dass dieser Modus für Liveübertragungen eher eine Herausforderung darstellt. Geschnitten sei das Ergebnis aber wirklich spannend. Ich habe die TV-Zusammenfassung nicht gesehen, aber denke, dass er recht hat. Nur als Zuschauer vor Ort hat man davon leider wenig! Vielleicht wird hier und da noch nachgebessert, aber die Zukunft des Reitsports wird dieser Modus hoffentlich nicht werden.