Zum Raum wird hier die Zeit

Parsifal Bayreuth 2016
Schlussapplaus in Bayreuth (Inszenierung von 2016)

Heute durfte ich meine dritte Parsifal-Inszenierung auf dem grünen Hügel in Bayreuth erleben. Es handelt sich hierbei um Richard Wagners letztes musikdramatisches Werk. Der Komponist selbst bezeichnete das dreiaktige Stück als ein Bühnenweihfestspiel und verfügte, dass es ausschließlich im Bayreuther Festspielhaus aufgeführt werden sollte.

Kurz nach dem Tod des Komponisten wurde von seiner Witwe Cosima eine Sonderaufführung in München für König Ludwig II. gestattet. Als 1913 der Urheberrechtsschutz für das Werk auslief, wurde bereits im April 1913 eine Aufführung im Opernhaus Zürich gegeben. Pünktlich zum Ablauf der Schutzfrist begann die erste Aufführung am 1. Januar 1914, 0.00 Uhr, im Opernhaus von Barcelona. Zahlreiche Theater in Deutschland brachten das Werk noch im selben Jahr auf die Bühne.

 

Parsifal Mannheim 1957
Schlussaplaus Nationaltheater Mannheim (Inszenierung von 1957)

Meine erste Begegnung mit diesem Werk fand 1993 oder 1994 bei einer konzertanten Aufführung im Mannheimer Rosengarten statt. Seitdem habe ich Aufführungen in Bad Homburg, Helsinki, Düsseldorf, Darmstadt, Frankfurt, München, Köln, Paris und Amsterdam beiwohnen dürfen.

Karfreitag bin ich regelmäßig im Nationaltheater Mannheim. Was für Mannheimer ganz selbstverständlich ist, dass nämlich »ihr« Parsifal seit nunmehr sechzig Jahren ununterbrochen gespielt wird, ist für Außenstehende eine Sensation. Die zeitlos schöne Inszenierung des 1897 geborenen Regisseurs Hans Schüler ist eine Reliquie, die durch immer neue Künstler zu frischem Leben erweckt wird.